Ansicht des Schweizerhauses in einer Fotografie ca. 1870. Der Herr mit Zylinder ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Prinz Friedrich von Hessen, aus dem Archiv der Kulturstiftung des Hauses Hessen, Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda.

Geplante temporäre Installation zum Tag des offenen Denkmals (12.09.21) und zu den Rumpenheimer Kunsttagen (17./18.09.21).
Entwurf: Matthias Block

Das Schweizerhaus im Rumpenheimer Schlosspark

das Schweizerhaus entstand vermutlich 1858 mit der Erweiterung des Rumpenheimer Schlossparks. Es wird erstmals 1862 in einer Beschreibung erwähnt. Wie auf dem historischen Bild zu sehen, diente das Gartengebäude zunächst als Ruheplatz und vielleicht auch als Spielhaus. Im 20. Jahrhundert wurde es vom Verwalter Fischer als Gartenhaus genutzt. Er legte dort Gemüsebeete an.

Auf dem historischen Foto sind seitlich des Schweizerhauses Platanen mit gefleckter Rinde sowie im Hintergrund eine Säulen-Eiche (Mitte) und eine Säulenform des Lebensbaums (links) zu erkennen. Links im Hintergrund standen früher Riesen-Lebensbäume. Der Vorplatz wird von Beeten mit kissenartig wachsenden Stauden eingefasst. Die seitliche und rückwärtige Rahmung besteht aus Sträuchern. Auf dem Foto nicht zu sehen sind ein Ginko und große Virginische Wacholder, die in der Beschreibung von 1862 als in der Nähe des Gartenhäuschens stehend erwähnet werden.

Gartenhäuser im sogenannten Schweizer Stil waren eine beliebte Parkausstattung im Landschaftsgarten.

Kennzeichnend ist der Dachüberstand an Traufe und Giebel sowie die Verzierungen aus Brettschnitzereien, wie sie hier am Dach und an der kleinen Balustrade zu sehen sind. Das Gebäude aus Ziegelfachwerk mit zwei kleinen Räumen wurde 1965 abgerissen. Erhalten blieb bis heute lediglich der Sockel mit den beiden Treppenstufen zu dem kleinen Freisitz.

Quelle: Informationstafel am ehemaligen Standort des Schweizerhauses

Temporäre Installation

Die Installation greift die wesentlichen Merkmale des „Schweizer Stils“ auf:
• Flachgeneigtes und weit vorkragendes Dach
• Brettschnitzereien am Dach
• „Schweizer Giebel“- ein dem Giebel vorgesetzter Schwebegiebel
und beschränkt sich konsequent auf diese typischen Gestaltungselemente.

Vor Ort wird ein Gesamteindruck des ehemaligen Gebäudes und seiner Dimensionen vermittelt. Gleichzeitig werden die Fantasie und die Vorstellungskraft des Betrachters angeregt. Die historische Idee eines Staffagebaus wird mit einem an Filmkulissen erinnernden Aufbau weitergeführt.

Originalgetreue Nachbildungen der Windbretter und des Giebelschmucks, einschließlich der Brettschnitzereien, werden an der ehemaligen Position platziert. Die Aufstellung erfolgt mittels einer Rahmenkonstruktion, die zum Boden abgespannt wird.